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Unsere ganz persönliche Liste der Top 6 jungen politischen Influencer 2017

In dieser Folge schauen wir zurück auf das vergangene Jahr und setzen den krisenfokussierten Jahresrückblicken etwas entgegen. Denn wir erzählen euch, welche jungen Menschen 2017 gerettet haben. Wir stellen unsere ganz persönliche Liste der Top 6 politischen Influencer aus dem letzten Jahr zusammen und fragen, wer euer Nummer-1-Retter ist. In unserer Zugabe küren wir außerdem den Wettbewerb “Germany’s next BundeskanzlerIn” zum Flop des Jahres.

Junge Engagierte: In der Unterzahl

Als jung gilt man in der Politik sehr lange, mindestens bis 35. Trotzdem wird Politik vor allem von älteren Menschen gemacht, der sogenannten Babyboomer-Generation. Der Bundestag ist im Durchschnitt 49 Jahre alt und auch in der deutschen Bevölkerung sind 57,2% aller Menschen älter als 40 Jahre. Diese Alterskohorten sind daher besonders mächtig bei Wahlen. Das Brexit-Referendum, die Präsidenschaftswahl zwischen Donald Trump und Hillary Clinton sowie die Bundestagswahl 2017 wären anders ausgegangen, hätten nur junge Menschen entschieden. Entgegen der Vorwürfe sind viele junge Menschen von heute sehr politische interessiert, engagieren sich, wollen Debatten anstoßen und die Gesellschaft sowie ihre eigene Zukunft mitgestalten. Sechs von ihnen stellen wir euch in dieser Folge vor.

Shahak Shapira (29 Jahre)

Shahak Shapira ist Autor, Künstler und Satiriker und war in diesem Jahr vor allem an drei großen politischen Aktionen beteiligt. Mit “Yolocaust” stieß er eine Debatte über die Erinnerungskultur an den Holocaust an. Mit “#HeyTwitter” kritisierte er den nachlässigen Umgang von Twitter mit Hass-Tweets und zusammen mit der Partei “Die Partei” infiltrierte er 31 nichtöffentliche Facebook-Gruppen der AfD und machte deren Hass so für alle einsehbar. Er hat 2017 gerettet, weil er öffentlichkeitswirksam gegen Antisemitismus, Rassismus und Hetze vorgeht und dabei seinen Humor nicht verliert.

Diana Kinnert (26 Jahre)

Diana Kinnert ist Studentin, schreibt für verschiedene Medien und ist vor allem in der Politik unterwegs. Seit 2009 engagiert sie sich aktiv in der CDU. Dort fällt sie nicht nur dadurch auf, dass sie auf “Tattos und Frauen steht”, immer Basecap trägt und einen Migrationshintergrund hat, sondern vor allem auch durch ihre klaren Positionen. Dieses Jahr ist ihr erstes Buch erschienen “Für die Zukunft seh’ ich Schwarz. Plädoyer für einen modernen Konservatismus”. Sie hat 2017 gerettet, weil sie zeigt, dass Konservatismus nicht gleichzusetzen ist mit Leitkultur, sondern auch weltoffen, tolerant und modern geht.

Katja Sinko (27 Jahre)

Katja Sinko ist Mitinitiatorin von “The European Moment”, eine proeuropäische Kampagne, die Europaorganisationen und Unabhängige zusammen gebracht hat, um gemeinsam - und vor allem medienwirksam - für ein demokratisches Europa einzustehen. Die Initiative hat zum Beispiel im März 2017 den March for Europe in Berlin organisiert sowie eine Raddemo im Sommer und die Online-Petition “Mach’s europäisch” an den Bundestag. Sie hat 2017 gerettet, weil sie es geschafft hat viele Menschen für die europäische Sache zu mobilisieren.

Paulina Fröhlich (25 Jahre)

Paulina Fröhlich hat nach ihrem Studium die Initiative Kleiner Fünf gegründet, die zum Ziel hatte, dass bei der Bundestagswahl 2017 die Rechtspopulisten unter 5 Prozent bleiben. Auch langfristig setzen sie sich mit radikaler Höflichkeit, gut gemachten Leitfäden und unterschiedlichen Kampagnen gegen Rechtspopulismus und für demokratische Teilhabe ein. “Egal gibt es nicht” ist eine beeindruckende Langzeitdoku über Paulina und ihren ehrlichen Willen, Rechtspopulismus zu verstehen. Sie hat 2017 gerettet, weil sie nicht akzeptieren wollte, dass das erste Mal seit Jahrzehnten wieder Rechtsextreme in das deutsche Parlament einziehen.

Philipp Ruch (36 Jahre)

Philipp Ruch ist Aktionskünstler und Leiter des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS), mit dem er die Gleichgültigkeit seiner Generation durchbrechen möchte. Eine der spektakulärsten und wichtigsten Aktionen 2017 ist das Holocaust-Mahnmal direkt vor Björn Höckes Haus, der Anfang des Jahres das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin als “Denkmal der Schande” bezeichnete. Er hat 2017 gerettet, weil er Höcke diese Ungeheuerlichkeit nicht hat durchgehen lassen.

Verena Hubertz (29 Jahre)

Verena Hubertz ist Gründerin eines Berliner Startups, Mitglied in der SPD und hat dieses Jahr zusammen mit weiteren Initiatorinnen die Initiative SPD++ ins Leben gerufen. Direkt nach der diesjährigen Bundestagswahl ging das Projekt online und hat sich zum Ziel gesetzt, die Partei jünger, weiblicher und vielfältiger zu machen - mit einer Revolution von unten. Auf dem Bundesparteitag im Dezember haben sie schon Erfolge erzielt. Sollte SPD++ Erfolg haben, dann wäre das nicht nur ein Lebenszeichen für die SPD, sondern für alle Parteien. Sie hat 2017 gerettet, weil sie gezeigt hat, dass es auch in großen Volksparteien möglich ist, Erneuerung anzustoßen.

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