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Episode Info: Die Schwächen des Wählens und eine radikale Reform unserer Demokratie Was würde eigentlich passieren, wenn man den Bundestag nicht wählen, sondern aulosen würde? Diese Idee spielen wir in Folge 1 von Y Politik durch. Wäre das Parlament repräsentativer und demokratischer? Wir beantworten die Frage aus zwei Perspektiven: Tanja aus einer demokratietheoretischen und Vincent aus einer Praxis-Perspektive. In unserer Zugabe stellen wir euch zwei Personen vor, die sich auf unterschiedlichen Wegen dafür einsetzen, ein Losverfahren einzuführen. Der Bundestag 2017 ist ein Parlament der älteren, gebildeten Männer Ein großes Problem des deutschen Bundestags ist, dass er die Bevölkerung in ihrer demographischen Zusammensetzung nicht repräsentiert. Fakt 1: Im Bundestag ist der Männerüberschuss größer als an der Technischen Hochschule Aachen. Nur 30,7 % der Mitglieder im Bundestag sind Frauen – ein Prozentpunkt weniger als an der RWTH Aachen. Besonders krass sieht es bei AfD aus: nur jeder zehnte Abgeordnete ist eine Frau. Damit ist das Geschlechterverhältnis im Parlament so unausgeglichen wie seit 1994 nicht mehr. Fakt 2: Der Bundestag ist eine Ü30-Party. Die 35 bis 64 jährigen sind extrem überrepräsentiert. Besonders junge und alte Menschen sind kaum im Parlament vertreten, denn nur sehr wenige sind in ihren 20igern oder 70igern. Damit ist der Bundestag gut vier Jahre älter als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung, nämlich 49,4 Jahre zu 45 Jahre. Fakt 3: Der Bundestag ist ein Akademikerschuppen. Nur 33 aller 709 Abgeordneten haben entfernt etwas mit dem Bereich Handwerk zu tun. Im Gegensatz dazu hat fast jeder fünfte Abgeordnete einen Doktortitel. Zum Vergleich: in der Bevölkerung hat nur jede 100. Person einen Doktortitel. Daher stellt sich die Fragen, ob dieses Parlament aus mittelalten, männlichen Akademikern überhaupt die besten demokratischen Entscheidungen treffen kann – oder ob ein ausgeloster Bundestag dafür nicht besser geeignet wäre. Den Bundestag auslosen? Es gibt verschiedene Ansätze wie ein Lossystem in unser parlamentarisch demokratisches System eingebunden werden könnte. Diese gehen von abgeschwächteren Formen, die eine ausgeloste Bürgerversammlung mit Beratungsfunktion vorsehen, zu radikaleren Formen, in denen man das gesamte Parlament per Los besetzt. In dieser Folge spielen wir die radikale Idee eines Lossystems durch. Was würde passieren, wenn man den Bundestag nicht mehr wählen würde, sondern in einem Losverfahren bestimmt? Aus demokratietheoretischer Perspektive sind Wahlen nur das Mittel zum Zweck Demokratie wird oft mit Wahlen gleichgesetzt, was im Grunde genommen nicht korrekt ist. Denn auch ein autoritäres Regime kann sich wählen lassen und ist trotzdem keine Demokratie. Viel mehr bedeutet Demokratie, dass die Macht vom Volke ausgeht und diese meistens in einem repräsentativen System seinen Ausdruck finden. Wie diese Repräsentation zustande kommt, ist jedoch nicht...
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